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Kommunen stellen sich auf Hitzesaison ein: Aufbau von Meldeketten für den Akutfall
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Kommunen stellen sich auf Hitzesaison ein: Aufbau von Meldeketten für den Akutfall

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: _Redaktion _RDN

Zwischen Mai und September läuft die Hitzewarnsaison des Deutschen Wetterdienstes. Städte in der Emscher-Lippe-Region bereiten sich abgestimmt auf möglichen Warnfall vor.

Angesichts zunehmender Hitzewellen intensivieren die Kommunen der Emscher-Lippe-Region ihre Vorbereitungen auf extreme Wetterlagen. Ein zentraler Baustein ist dabei die Erarbeitung und Etablierung klarer Meldeketten für den Akutfall. Im Rahmen des Projekts „HAP.Regio“ wurde ein gemeinsamer Standard erarbeitet, der jetzt in den Kommunen angewendet wird.

Hitze ist das größte durch den Klimawandel bedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland. Sie kann für alle gefährlich werden und das Risiko wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Um sich besser auf Gefahrenlagen wegen Hitzetagen vorzubereiten, arbeiten die 16 Emscher-Kommunen, die Städte im Kreis Recklinghausen und Emschergenossenschaft/Lippeverband an einer gemeinsamen Hitzeaktionsplanung (HAP.Regio).

Das bedeutet zum Beispiel: Die beteiligten Kommunen legen konkrete Zuständigkeiten und abgestimmte Kommunikationswege fest, um im Ernstfall besonders gefährdete Risikogruppen schnell zu erreichen und vor Gesundheitsrisiken zu schützen. Dazu wird ein lokales Netzwerk relevanter Akteurinnen und Akteure – etwa aus dem Gesundheitswesen, der Pflege, sozialen Einrichtungen, städtischen Einrichtungen und dem Katastrophenschutz - eingebunden.

Hitzewarnung an gefährdete Gruppen

Für Personengruppen, die sich nicht selbst schützen können, wie ältere oder kranke Menschen sowie kleine Kinder, werden dann Maßnahmen ergriffen. Das bedeutet zum Beispiel bei einer Warnung des Deutschen Wetterdienstes vor mehrtägiger Hitze diese gezielt weiterzugeben: Über das Gesundheitsamt soll die Information an Pflegeheime, ambulante Dienste oder Nachbarschaftsnetzwerke weitergeleitet werden, um auf das Risiko aufmerksam zu machen. Infolgedessen können dann Aufenthaltsräume besser gekühlt, Trinkmengen sorgfältiger geprüft und Telefonanrufe sowie Hausbesuche koordiniert werden.

Die Bevölkerung wird zudem über die diversen Kommunikationskanäle über die Gefahren und Schutzmaßnahmen informiert. Dann gilt die Aufforderung zum Selbstschutz und zur Unterstützung anderer.

Zu den besonders von Hitze gefährdeten Personengruppen gehören ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, Menschen mit Vorerkrankungen, Menschen die Medikamente einnehmen, Schwangere, sozial benachteiligte Menschen sowie Menschen, die im Freien arbeiten oder Sport treiben.

Bewusstsein für unterschätztes Risiko schaffen

Mit dem Projekt „HAP.Regio“ im Rahmen der Zukunftsinitiative Klima.Werk haben sich die Kommunen in der Emscher-Lippe-Region auf den Weg gemacht, gemeinsam Standards für die Hitzevorsorge zu erarbeiten – denn Hitze macht nicht an den Stadtgrenzen halt. Der Aufbau der Meldeketten für den Akutfall ist ein wesentlicher Baustein dieses Projekts. Weitere Bausteine sind Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung und zur Steigerung der Hitzeanpassungsfähigkeit (mittelfristige Maßnahmen) sowie der klimaresiliente Umbau der Städte zu kühleren Orten nach Schwammstadt-Konzepten (langfristige Maßnahmen).

Die gewonnenen Erkenntnisse im Projekt werden in zahlreichen Arbeits- und Entscheidungshilfen dokumentiert, die nach Fertigstellung veröffentlicht werden und somit auch Kommunen außerhalb der Emscher-Lippe-Region zur Verfügung stehen werden. Ein weiteres zentrales Ergebnis des Projekts sind die entstandenen Strukturen und das lokale Netzwerk. Damit ist es möglich, Herausforderungen effizient zu lösen und wirksame Entscheidungen zu treffen.

Hitzeschutzforum am 11. Juni

Der nächste Meilenstein für das Netzwerk ist der 11. Juni 2026. Am bundesweiten Hitzeaktionstag kommen die Akteur*innen in Oer-Erkenschwick zu einem Hitzeschutzforum zusammen, um die Zwischenergebnisse des Projekts zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

Gefördert wird das Projekt mit rund 1,4 Millionen Euro durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNV). Das Ministerium setzt dafür Fördergelder aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE/Regio.NRW - Transformation) ein.

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