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Hilfe, die Kraft gibt
Maher Abaczed (l.) und Robin Muhs sind beide 30 und mit Herzblut als Pflegefachkraft bei der Diakonie tätig. Foto: Marco Stepniak

Hilfe, die Kraft gibt

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Jennifer von Glahn

Die Ambulante Pflege der Diakonie unterstützt Angehörige und Bedürftige im Alltag – über ihren Job sprachen wir mit Maher Abaczed (30) und Robin Muhs (30).

Wenn Pflegefachkraft Robin Muhs (30) seine Tour beginnt, weiß er, dass hinter jeder Tür ein anderer Mensch auf ihn wartet und oft auch eine Familie, die an ihre Grenzen gekommen ist. „Manchmal brauchen die Kunden zuerst ihre Medikamente, manchmal einfach jemanden, der zuhört“, sagt der 30-Jährige, der bei der Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen in der ambulanten Pflege arbeitet. Die meisten seiner Patienten sind ältere Menschen. Viele leben allein.

Und viele haben Angehörige, die alles versuchen und trotzdem merken, dass sie es nicht mehr allein schaffen. „Was nach einzelnen Aufgaben klingt, wird schnell zu einem 24-Stunden-Job, körperlich anstrengend und oft begleitet von einem schlechten Gewissen“, weiß Silvia Friedrich-Noch, Pflegedienstleitung der Diakoniestation Datteln.

Besonders schwierig sei es, Hilfe anzunehmen. Viele hätten das Gefühl, versagt zu haben, wenn sie die Pflege nicht mehr allein bewältigen. Andere sorgen sich um die Kosten. Auch die Pflegefachkraft Maher Abaczed (30) kennt diese Situation gut. „Die Menschen haben Angst, auch um ihre eigene Familie, ihren Beruf und ihre Zukunft“, sagt er. Gerade in
diesen Momenten sei Beratung wichtig. „Wir hören zu und versuchen, gemeinsam Lösungen zu finden. Manchmal erklären wir einfach, welche Möglichkeiten es gibt“, sagt Maher Abaczed. „Viele sind überrascht, wie viel Unterstützung sie bekommen können.“

Denn in Deutschland gibt es ein umfangreiches System zur Unterstützung Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen. Pflegegrade, Leistungen der Pflegekasse, Entlastungsangebote, Jahresbetrag oder Tagespflege sind Begriffe, die zunächst kompliziert wirken. Dabei können genau diese Leistungen den Unterschied machen. Für viele ist dieser Schritt eine emotionale Hürde. Hilfe anzunehmen bedeutet auch zu akzeptieren, dass man nicht alles allein schaffen muss. „Ambulante Pflege bedeutet vor allem Vertrauen. Pflegebedürftige können in ihrer gewohnten Umgebung bleiben, gleichzeitig werden Angehörige entlastet“, so Silvia Friedrich-Noch. Die Pflegekräfte beziehen die Familien bewusst mit ein, erklären ihre Arbeitsschritte und bleiben im Austausch. Dieses Miteinander schafft Sicherheit für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen.

Aurelia Stolfik absolviert gerade ihre Ausbildung zur Pflegefachkraft. Sie erlebt jeden Tag, wie wichtig ihre Arbeit ist. „Die Dankbarkeit der Menschen zeigt uns, dass wir gebraucht werden“, sagt sie. Im letzten Jahr hat Aurelia ihre Ausbildung zur Pflegefachassistentin beendet. Weil ihr die Arbeit in der Pflege und mit den Menschen so viel Freude bereitet, wollte sie ihr Fachwissen vertiefen und hat die verkürzte Ausbildung sofort angeschlossen. Die ambulante Pflege schafft nicht nur Entlastung, sondern auch neue Lebensqualität. Sowohl für die Pflegebedürftigen, die in ihrem Zuhause bleiben können, als auch für die Angehörigen, die wieder Luft holen kann.

Ambulante Pflege: In der ambulanten Pflege werden nicht nur Leistungen der Pflegekasse erbracht, sondern auch Leistungen über die Krankenkasse, die der Arzt verordnet. Dazu gehören die Medikamentengabe, Blutzucker messen, Insulin spritzen, Kompressionsstrümpfe an- und ausziehen, Kompressions- und Wundverbände anlegen. Auch die Qualitätssicherungsbesuche für Menschen, die Pflegegeld beziehen, gehören dazu, wobei die Beratung im Vordergrund steht.

Info Diakonisches Werk im Kirchenkreis Recklinghausen
Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen

Elper Weg 89
45657 Recklinghausen

www.diakonie-kreis-re.de

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