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Chancen statt Zufälle
Foto: André Chrost

Chancen statt Zufälle

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Laura Tirier-Hontoy

Mohamad Khir (17) und Svenja (16) zeigen, was möglich ist, wenn Talent auf die richtige Förderung trifft: RuhrTalente unterstützt engagierte Jugendliche besonders dort, wo familiäre Unterstützung nicht selbstverständlich ist.

Viele junge Menschen sind talentiert – aber nicht alle haben die gleichen Chancen. Wenn im Elternhaus niemand den Weg durch das Bildungs- und Studiensystem kennt, bleiben Möglichkeiten oft unentdeckt. Genau hier setzen die RuhrTalente des NRW-Zentrums für Talentförderung an. Das Programm richtet sich an leistungsorientierte und engagierte Jugendliche aus Nicht-Akademikerfamilien aller Schulformen ab der 8. Klasse aus dem Ruhrgebiet und darüber hinaus.

In diesem Jahr feiert es sein zehnjähriges Jubiläum. Mehr als 150 Veranstaltungen jährlich – von Studien- und Berufsorientierung bis zu Kultur- und Politikprojekten – eröffnen neue Perspektiven. Dabei geht es nicht nur um Noten, sondern um Engagement, Neugier und persönliche Entwicklung. RuhrTalente gehört zu den größten Schülerstipendienprogrammen in Deutschland und begleitet seine Stipendiatinnen und Stipendiaten bis zum Übergang in Ausbildung oder Studium.

Die Umwelt im Blick

Mohamad Khir Ramadan ist 17 Jahre alt und besucht die Rosa-Parks-Schule in Herten, eine Schule, die eng mit dem RuhrTalente-Programm verbunden ist und viele Stipendiatinnen und Stipendiaten hervorbringt. Seit Oktober gehört auch er dazu. In der Schule engagiert er sich im Schulsanitätsdienst und hilft, wenn Mitschülerinnen oder Mitschüler Unterstützung brauchen. Außerdem ist er bei den Jusos aktiv, vertritt seine Schule bei Veranstaltungen und informiert über Projekte. Auch außerhalb der Schule ist er aktiv: Beim Projekt TinyFriends kümmert er sich gemeinsam mit anderen Jugendlichen um kleine Waldflächen und leistet so einen Beitrag für Klima, Tiere und Insekten. Die Aufnahme ins Stipendienprogramm war für ihn ein besonderer Moment: „Ich habe mich sehr gefreut, als ich die Bestätigung bekommen habe.“ Sein Traum ist es, einmal Jura zu studieren – Gespräche mit älteren RuhrTalenten, die bereits studieren, haben ihn darin zusätzlich bestärkt.

Svsnja Hollender
Foto: André Chrost

Auf dem Weg zum Radio

Svenja Hollender ist 16 Jahre alt und besucht das Städtische Gymna sium in Herten. Auf das RuhrTalente-Programm wurde sie durch eine Lehrerin aufmerksam. Seit fast zwei Jahren gehört sie zum Netzwerk der Stipendiaten. Engagement spielt auch in ihrem Alltag eine große Rolle: In der Schülervertretung setzt sie sich für ihre Mitschüler ein und engagiert sich im Gremium „Jugend vertritt Jugend“, das die Interessen von Jugendlichen aus Wohngruppen in Nordrhein- Westfalen vertritt. Die Veranstaltungen der RuhrTalente haben Svenja verändert. „Ich bin viel offener geworden und traue mich heute viel mehr“, sagt sie. Workshops, Berufs-Infos und Begegnungen mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen geben ihr Einblicke in Wege, die sie vorher gar nicht kannte. Besonders beeindruckt hat sie ein zweitägiger Workshop zur Selbstpräsentation:

„Man hat unglaublich viel gelernt und konnte alles direkt ausprobieren.“ Im Sommer wartet nun ein großes Abenteuer: Mit Unterstützung des Programms wird Svenja ein Highschool-Jahr in den USA verbringen. Ihr Traum für die Zukunft ist klar: Kommunikation studieren – und später beim Radio arbeiten.

Info
RuhrTalente

ruhrtalente.de

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